Einblicke aus der Welt der Pferde
Willkommen in meinem Blog! Hier teile ich meine Leidenschaft und mein Wissen rund um die tiefe Verbindung zwischen Pferd und Mensch, Raindrop-Anwendungen für Pferde und die Pferdearomatologie . Tauche ein in meinen Pferde-Alltag, entdecke Neues und lasse dich inspirieren.
21.10.2026
Ein Gehirn, zwei Augen, zwei Pferde
Das Gehirn des Pferdes ähnelt in vielen Dingen dem des Menschen, unterscheidet sich aber auch deutlich. Das limbische System, die Region des Gehirns, die mit Gefühlen verbunden ist, ist im Verhältnis zur Körpergröße ähnlich ausgeprägt wie beim Menschen. Der für logisches Denken, die Vorstellungsgabe und Planen zuständige Bereich (Neokortex) ist dagegen kleiner. Das Kleinhirn, das Bewegung, Gleichgewicht und Muskeltonus steuert, ist viel größer.
Zur besseren Verständlichkeit kann man das Verhalten des Pferdes vereinfacht in zwei Arten einteilen: Das linke Pferd (linke Gehirnhälfte) und das rechte Pferd (rechte Gehirnhälfte). Natürlich ist dies ein sehr vereinfachtes Modell. Das tatsächliche Zusammenspiel beider Gehirnhälften ist viel komplexer.
Die linke Gehirnhälfte des Pferdes (linkes Pferd) ist der Sitz von Intelligenz, Wissen und Überlegung. Zudem findet hier das rationelle Denken statt. Natürlicherweise verbringt das Pferd sein Leben meist „in der linken Gehirnhälfte“ und fühlt sich dort wohl. Erkennbar ist dies vor allem an der Körpersprache des Pferdes: Das Tier ist entspannt, der Kopf ist tief, die Augen ruhig, die Ohren in gelassener Haltung, etc. Ein Pferd, das aus der linken Gehirnhälfte heraus handelt, verhält sich partnerschaftlich und kooperativ. Dies ist das Pferd, wie wir es uns vorstellen: Es hat Vertrauen und Respekt und es kommt all unseren Aufforderungen mit Gelassenheit und Verständnis nach.
In der rechten Gehirnhälfte (rechtes Pferd) befinden sich die Instinkte und Reaktionen, somit auch die Fluchtinstinkte. Das Pferd denkt in dieser Verfassung nicht mehr nach, sondern reagiert so, wie die Natur es für Gefahrensituationen vorgesehen hat. Es flieht. Ist die Gefahr vorüber, wechselt es wieder in seine linke Gehirnhälfte und kehrt zu seinem normalen Tagesablauf zurück. Einige Signale, an denen wir ein Pferd „in der rechten Gehirnhälfte“ erkennen können, sind diese: angespannte Körperhaltung, Nervosität, hoher Kopf, aufgerissene Augen, angespannte Ohren, die sich in alle Richtungen bewegen, das Pferd kann nicht stillstehen, usw. In diesem Zustand ist das Pferd um sein Leben besorgt und kann nicht denken, denn sein Gehirn läuft in einem instinktiven Notprogramm.
Unser Bemühen und Ziel in der Partnerschaft zum Pferd ist es, ihnen Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. So können sie gelassen lernen und mit uns kooperieren. Gerät ein Pferd in Angst oder Stress, sollten wir die Ursache ernst nehmen und ihm helfen, wieder Ruhe zu finden. Sprich während der Arbeit mit dem Pferd ist es unsere Aufgabe, den Fokus weg von der rechten Gehirnhälfte hin zur linken Gehirnhälfte zu lenken.
Zudem ist der Informationsfluss von einer Hirnhälfte zur anderen beim Pferd viel geringer als beim Menschen, es gelangt nur ca. 20% der Information von einer Seite zur anderen. Daher ist es beim Training eines Pferdes oder bei der Desensibilisierung so wichtig, dieses auf beiden Seiten (beide Augen – zwei Pferde) des Pferdes durchzuführen. Es erklärt auch, warum Pferde üblicherweise auf der rechten Seite empfindlicher und ängstlicher sind. Das meiste Training erfolgt in unseren Breitengraden von der linken Seite und nur wenige Erfahrungen von dieser Seite werden auf die andere transferiert.
14.10.2026
Was ist "natürlich" und "Natural Horsemanship"?
„Natural Horsemanship“, „natürliche Pferdehaltung“, „Pro Pferd“ – All diese Begriffe hört und liest man mittlerweile fast überall in der Pferdewelt. Nur was steckt da dahinter? Was genau ist Natural Horsemanship eigentlich und was heißt „natürlich“?
In meinem Beitrag geht es genau darum, diese Begriffe mal zu durchleuchten und zu erklären, was wirklich dahinter steckt.
Fangen wir mal mit dem Begriff „natürlich“ an. Was heißt eigentlich „natürlich“?
Vieles galt über Jahrhunderte als „natürlich“, dass wir doch gar nicht mehr wissen, was wirklich natürlich ist. Der Mensch als Meister im Verwirren, schafft es, das Normale als etwas Natürliches zu verkaufen und entfernt sich dabei beständig weiter von der eigentlichen Natürlichkeit.
Das ist normal. Normalsein ist in. Normal ist es, Angst zu haben, sich Sorgen zu machen. Normal ist es, im Stress zu leben. Normal ist es, alle Probleme zu spüren, aber so zu tun, als seien keine da. Normal ist es, immer mehr zu wollen und nie genug zu bekommen. Normales Einkommen, normaler Urlaub, normales Leben und Sterben…
Das machen alle. Was alle machen, ist in diesem Zeitalter normal – was nur wenige tun, ist natürlich. Schau, was alle anderen tun, mach das Gegenteil und du hast gute Chancen, natürlich zu sein.
Eines ist sicher: Die Beziehung zwischen Pferd und Mensch ist natürlich! Kein anderes Fluchttier hatte je den Wunsch, sich mit uns zu verbinden. Was ist sonst noch natürlich? Die Jahreszeiten. Ein- und Ausatmen. Sich bewegen. Dem Klang des Herzens zuhören. Die angeborenen Talente leben und entfalten. Natürlich ist es, im Überfluss zu leben wie die Natur.
Eine Stute in der freien Natur macht sich keine Sorgen darüber, wie viele Fohlen sie gebären wird und ob sie auch genug Zeit und Mittel hat, um sie überhaupt großzuziehen. Sie bekommt Fohlen, basta.
Natürlich ist das, was wir ganz tief in unserem Inneren wissen. Die Wahrheit ist Natur. Die Einheit mit den Naturgesetzen, die tief in jedem Lebewesen angelegt ist. Ein inneres Wissen, das jeder von uns kennt.
Wir wissen nun was „natürlich“ bedeutet und nehmen diese Erkenntnis mit zum „Natural Horsemanship“.
Mitte des 20. Jahrhunderts begann die große Revolution und ging von den intelligenten Cowboys mit den „sanften Händen“ aus. Sie waren keine „normalen“ Cowboys – männlich, brutal, schnell und wortkarg -, denn für sie zählten Verständnis, Sanftheit, Effizienz und das Wohlergehen des Pferdes. So wurde das Natural Horsemanship geboren, die „Natürliche Pferd-Mensch-Beziehung“.
Wieder dieses Wort „natürlich“. Wie klärten schon, dass „Natürlich“ aus dem Herzen, dem Inneren kommt. Es bedient sich der Kommunikation statt mechanischer Mittel. Es benutzt Psychologie statt Gewalt und Einschüchterung.
Die natürliche Pferd-Mensch-Beziehung legt den Schwerpunkt zuerst einmal auf „Beziehung“. Zwei verschiedene Lebewesen, noch dazu verschiedenen Arten angehörig, machen etwas zusammen. Haben eine Be-Ziehung, sie ziehen zusammen irgendwo hin, haben ein gemeinsames Ziel, unternehmen eine Reise, verbringen gemeinsame Zeit.
Ein Raubtier (Mensch) be-zieht sich auf ein Fluchttier (Pferd) und in der Beschäftigung miteinander verwandeln sich beide, es entstehen Vertrauen und Respekt, Gemeinsamkeit und vielleicht sogar Freundschaft und Liebe. „Natürlich“ bedeutet, dass in der Beziehung beide Lebewesen die Naturgesetze respektieren, also mit dem verbunden sind, was sie wirklich sind.
Der Mensch übernimmt den größeren Teil der Verantwortung für das Funktionieren der Beziehung, indem er die Pferdesprache erlernt. Er erwartet deshalb nicht, dass das Pferd seine Sprache lernt. Er erlernt die Gesetze des Herdenverbandes und entwickelt sich immer mehr zu einem natürlichen Leader, der sich dadurch auszeichnet, dass er das Wohlergehen seines Partners Pferd vor sein eigenes stellt. Ein natürlicher Leader geht voraus, er ist nicht der Chef, der andere für sich arbeiten lässt, sondern eher der Visionär eines besseren Lebens für alle Beteiligten.
Das Pferd bringt die Neugierde mit in die Beziehung, es entwickelt Vertrauen und Schritt für Schritt lässt es sich davon überzeugen, dass der Mensch es nicht fressen wird. Es bringt sogar die Bereitschaft mit, etwas Menschensprache zu erlernen und die Lust, eins zu werden mit diesem Wesen auf zwei Beinen.
Natural Horsemanship bedeutet, dass ein Pferd und ein Mensch sozusagen auf einem gemeinsamen Schiff, der Beziehung, in Richtung Frieden und Einheit fahren.
Sie werden eins miteinander.
Meine Homepage ist endlich online!
Nach vielen Stunden harter Arbeit und eher kurzen Nächten ist es endlich soweit! Meine Homepage für euch ist fertig und veröffentlicht :)
Mit diesem Mittel gibt es viel mehr Möglichkeiten meine Herzensangelegenheit zu verfolgen. Zudem ist es einfacher für euch den Überblick über meine Veranstaltungen zu behalten und ihr bekommt durch meinen Blog tiefere Einblicke in meinen Pferde-Alltag.
Also lasst uns auf eine gemeinsame Reise gehen!
Werdet durch mich "Eins mit eurem Pferd"!
Viele Grüße
Eure Julia
Hintergrund von Antonio López auf Pixabay, Polaroid-Rahmen von Mariene Da Silva Jardim auf Pixabay